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„Königin ohne Land“ – Buchpräsentation und Diskussion zum 400. Geburtstag der Königin Kristina von Schweden
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Institut für Skandinavistik der Universität Münster

In der Geschichtsschreibung zum Dreißigjährigen Krieg kommt sie nur als Randnotiz vor: Dabei war es Kristina, Königin von Schweden, die nach dem langen, verheerenden Krieg auf deutschem Boden als Einundzwanzigjährige ihre Gesandten antrieb, in Münster endlich Frieden zu machen.
Die Tochter des großen Gustav Adolf dankte nach zehn Jahren als Regentin ab und verließ ihr Land, um zum Katholizismus zu konvertieren. Nach Jahren des Reisens ließ sie sich in Rom nieder, wo sie als Kulturmäzenin die Operngeschichte des 17. Jahrhunderts entscheidend mitprägte. Als eine von wenigen Frauen ist sie im Petersdom begraben.
Mächtige Frauen haben schon immer Anlass zu Fantasien und Mythenbildung gegeben. Bereits zu Lebenszeiten wurden Theaterstücke über Kristina geschrieben und Opern komponiert. Wo sie auftauchte, wurden Kanonensalven abgefeuert, Festumzüge abgehalten, Bälle und Galadiners veranstaltet. „Eine solche Vollkommenheit war noch nie“, schwärmte der Philosoph Descartes von ihrer Bildung und Tugend.
Aber warum wollte sie nicht heiraten? Warum gab sie den Thron auf, nachdem sie zehn Jahre lang regiert hatte? Warum entschied sich die Tochter des Helden aller Protestanten dafür, katholisch zu werden? Sie gab der Welt Rätsel auf. Gezielte Rufmordkampagnen richteten sich gegen Kristinas Anspruch, den Anspruch einer Frau, auch nach der Thronniederlegung eine politische Rolle spielen zu wollen. Angreifbar machte sie sich schon durch ihre extravagante Kleidung. War sie überhaupt eine richtige Frau? Oder doch ein „Hermaphrodit“?
Vereinnahmen ließ sie sich nie. Bei ihrem Einzug in Rom als Trophäe der Gegenreformation gefeiert, machte sie auch hier schnell klar, dass sie den Erwartungen des Heiligen Stuhls nicht entsprechen würde. Wäre Kristina von Schweden nicht eine offiziell gekrönte Herrscherin gewesen, hätte man sie wahrscheinlich als Hexe verbrannt.

Vor dem 400. Geburtstag der „Königin ohne Land“ im Dezember 2026 erscheint Jutta Jacobis neue Biographie im Reclam-Verlag. Im Gespräch mit der Autorin ist die Geschichte einer Frau zu entdecken, die uns in ihrer Unruhe, ihrem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, ihrer Freiheitsliebe, Kreativität und Ich-Bezogenheit, vor allem aber in dem ständigen Bestreben, das Leben ausschließlich nach eigenen Maßstäben zu gestalten, einen Spiegel vorhält.

Anmeldung erforderlich.
Eine Voranmeldung ist über unsere Homepage oder persönlich im Infotreff möglich.
Eine kurzfristige Anmeldung direkt vor Ort vor der Veranstaltung ist ebenfalls möglich.
12,50 € (ermäßigt 10,00 €)

„Königin ohne Land“ – Buchpräsentation und Diskussion zum 400. Geburtstag der Königin Kristina von Schweden
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Institut für Skandinavistik der Universität Münster

In der Geschichtsschreibung zum Dreißigjährigen Krieg kommt sie nur als Randnotiz vor: Dabei war es Kristina, Königin von Schweden, die nach dem langen, verheerenden Krieg auf deutschem Boden als Einundzwanzigjährige ihre Gesandten antrieb, in Münster endlich Frieden zu machen.
Die Tochter des großen Gustav Adolf dankte nach zehn Jahren als Regentin ab und verließ ihr Land, um zum Katholizismus zu konvertieren. Nach Jahren des Reisens ließ sie sich in Rom nieder, wo sie als Kulturmäzenin die Operngeschichte des 17. Jahrhunderts entscheidend mitprägte. Als eine von wenigen Frauen ist sie im Petersdom begraben.
Mächtige Frauen haben schon immer Anlass zu Fantasien und Mythenbildung gegeben. Bereits zu Lebenszeiten wurden Theaterstücke über Kristina geschrieben und Opern komponiert. Wo sie auftauchte, wurden Kanonensalven abgefeuert, Festumzüge abgehalten, Bälle und Galadiners veranstaltet. „Eine solche Vollkommenheit war noch nie“, schwärmte der Philosoph Descartes von ihrer Bildung und Tugend.
Aber warum wollte sie nicht heiraten? Warum gab sie den Thron auf, nachdem sie zehn Jahre lang regiert hatte? Warum entschied sich die Tochter des Helden aller Protestanten dafür, katholisch zu werden? Sie gab der Welt Rätsel auf. Gezielte Rufmordkampagnen richteten sich gegen Kristinas Anspruch, den Anspruch einer Frau, auch nach der Thronniederlegung eine politische Rolle spielen zu wollen. Angreifbar machte sie sich schon durch ihre extravagante Kleidung. War sie überhaupt eine richtige Frau? Oder doch ein „Hermaphrodit“?
Vereinnahmen ließ sie sich nie. Bei ihrem Einzug in Rom als Trophäe der Gegenreformation gefeiert, machte sie auch hier schnell klar, dass sie den Erwartungen des Heiligen Stuhls nicht entsprechen würde. Wäre Kristina von Schweden nicht eine offiziell gekrönte Herrscherin gewesen, hätte man sie wahrscheinlich als Hexe verbrannt.

Vor dem 400. Geburtstag der „Königin ohne Land“ im Dezember 2026 erscheint Jutta Jacobis neue Biographie im Reclam-Verlag. Im Gespräch mit der Autorin ist die Geschichte einer Frau zu entdecken, die uns in ihrer Unruhe, ihrem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, ihrer Freiheitsliebe, Kreativität und Ich-Bezogenheit, vor allem aber in dem ständigen Bestreben, das Leben ausschließlich nach eigenen Maßstäben zu gestalten, einen Spiegel vorhält.

Anmeldung erforderlich.
Eine Voranmeldung ist über unsere Homepage oder persönlich im Infotreff möglich.
Eine kurzfristige Anmeldung direkt vor Ort vor der Veranstaltung ist ebenfalls möglich.
12,50 € (ermäßigt 10,00 €)
09.07.26 22:28:16