Unser Alltag ist voller Philosophie. Vor dem Kleiderschrank wählen wir als freie Wesen Hemd oder Hose aus, im Supermarkt begegnen uns beim Einkaufen eine Vielzahl von ethischen Entscheidungen und manchmal sitzen wir bei einem Glas Wein einfach da und fragen uns, ob unser Leben eigentlich gut ist oder vielleicht sogar einen Sinn hat. All das sind Fragen der Philosophie: Freiheit, Ethik, Sinn. Und globale Phänomene wie der Klimawandel zwingen uns sogar, Sorge für Menschen zu übernehmen, die noch gar nicht geboren sind. Seit über 2000 Jahren versuchen Denkerinnen und Denker Antworten auf diese und ähnliche Fragen zu finden, denen wir nicht zuletzt in unserem alltäglichen Leben begegnen. Dieses Seminar nähert sich philosophischen Dauerbrennern wie Freiheit, Sinn(losigkeit), Autonomie oder Vernunft in Form kurzer Texte, in denen wir sowohl klassische als auch moderne Philosophinnen und Philosophen kennenlernen werden. Vor allem aber wollen wir gemeinsamen diskutieren und uns so der Philosophie des Alltags aus unseren Alltagserfahrungen heraus nähern.
Engagement, Emanzipation und Verfolgung. Jüdinnen in der frühen italienischen Frauenbewegung Jüdische Frauen beteiligten sich zahlreich in der italienischen Frauenbewegung des 19. und 20. Jahrhundert. Mit ihrem Engagement für die Rechte von Frauen setzten sie den Kampf ihrer Väter für die italienische Einheit und die damit verbundene Judenemanzipation fort. Der Faschismus jedoch erstickte den Aufbruch italienischer Jüdinnen im Keim. Der Vortrag schildert die Spannungen des Emanzipationsprozesses zwischen Partizipation und antijüdischer Anfeindung sowie die Entrechtung und Verfolgung während der faschistischen Diktatur aus der Sicht jüdischer Feministinnen. Trotz ihres bedeutenden Einflusses auf die transnationale Orientierung der italienischen Frauenbewegung blieb ihre Emanzipation als Frauen und Jüdinnen unvollkommen. PD Dr. Ruth Nattermann ist Leiterin des DFG-Projekts „Transnationaler Humanitarismus und Flüchtlingspolitik im Zeitalter der Weltkriege“ am Research Centre Global Dynamics der Uni Leipzig und Privatdozentin für Neuere und Neueste Geschichte an der LMU München. Ihre Forschung und Publikationen konzentrieren sich auf die europäische und europäisch-jüdische Geschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts in transnationalen und globalen Zusammenhängen.
LiteraturKonzert mit Stephan Schäfer (Rezitation) und Roman Sayutov (Klavier) „Hier in Italien ist es ja so schön, das Leiden selbst ist hier so schön, in diesen gebrochenen Marmorpalazzos klingen die Seufzer viel romantischer als in unseren netten Ziegelhäuschen.“ Heinrich Heine Heinrich Heine unternahm wie viele andere Schriftsteller vor ihm eine Reise nach Italien. Die Reiseberichte hatten im frühen 19. Jh. schon eine lange Tradition, aber mit Heines „Reisebildern“ erreichte die Reiseliteratur einen Höhepunkt. In der „Reise von München nach Genua“ (1830) beschreibt Heine Eindrücke seiner Italienreise im Jahr 1828, die ihn über Trient, Verona und Mailand nach Genua führt. Er schildert mit viel Empfindsamkeit Land und Leute, bisweilen urteilt er spöttisch über politische und gesellschaftliche Verhältnisse. Gelesen von Stephan Schäfer (Köln) werden die Texte ergänzt durch Musik jüdischer, teils aus Italien stammender Komponisten wie Mario Castelnuovo-Tedesco, Felix Mendelssohn Bartholdy, Louis Lewandowski und Viktor Ullmann. Es spielt der international renommierte Pianist Roman Salyutov. „Heine ist der amüsanteste deutsche Klassiker. Er hat alle Vorzüge eines genialen Journalisten, alle grimmigen Tugenden eines Humoristen. Mit dem ganzen Märchenglanz und Traumleben der Romantik blieb er der witzigste Realist der deutschen Literatur.“ Hermann Kesten Stephan Schäfer studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover sowie an der Bremer Hochschule für Künste. Zur Vermittlung von Literatur und klassischer Musik gründete er 2001 das „Kölner Künstler-Sekretariat“. Inzwischen wurden von ihm über 1000 Lesungen und Konzerte gestaltet und moderiert. Roman Salyutov, geb. in Leningrad, studierte Klavier und Dirigieren in Sankt-Petersburg und Köln und promovierte als Musikwissenschaftler in Paderborn. Er ist u.a. Chefdirigent des Sinfonieorchesters Bergisch Gladbach. Außerdem ist er Gründer und Leiter des deutsch-israelischen Yachad Chamber Orchestra.
Elke Schmitz vermittelt nicht nur Rezepte und Zubereitungstechniken, sondern verbindet diese mit historischen Hintergründen und persönlichen Einblicken in ihre Erfahrungen mit der jüdischen Küche Italiens. Sie zeigt auf, wie sich über Jahrhunderte religiöse Traditionen und regionale italienische Einflüsse miteinander entwickelt haben und bis heute eine vielfältige, aromatische und identitätsstiftende Küche prägen. Der Kurs bietet somit sowohl praktische als auch kulturelle Einblicke und förderte den Austausch über jüdisches Leben und kulinarisches Erbe in Italien. Von Arance al Miele e Mandorle mit Labnehcreme, Carpaccio di Fichi“ bishin zu Crespelle gefüllt mit Fisch oder frischen Gemüsen.