KI ist in aller Munde – irgendwo zwischen Glorifizierung und Dämonisierung, Heilsversprechen und Weltuntergangsvision. Chancen und Gefahren abzuwägen, etwa hinsichtlich der politischen Folgen, wird zunehmend komplexer und unübersichtlicher. Und nicht zuletzt stellt KI wieder und wieder unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit in Frage: Ist das ein echtes Bild oder nur eine KI-Produktion? Singt hier noch jemand, oder ist das nur eine modulierte Maschinenstimme? Und lese ich gerade den Text eines Dozenten – oder den eines Chatbots? Ausgehend von Platons berühmten Höhlengleichnis wollen wir uns die Frage stellen, wie KI unsere Wahrnehmung von Realität berührt und verändert und welche (ethischen) Folgen dies für unser Menschsein hat.
Neun Tage gestalten vier tibetische Mönche aus einem Kloster an der tibetischen Grenze im Himalaya (Ladakh/ Indien), ein aus farbigem Sand gestreutes Mandala nach uralter Tradition und verwandeln das vhs-Forum zu einem Ort des Nachdenkens und der Kontemplation. Der Sand wird perfekt in diffiziler Handarbeit millimetergenau platziert bis ein detailreiches, rituelles Bild entsteht. Mandalas symbolisieren die Vergänglichkeit allen Lebens und Loslösung von der materiellen Welt. Nach Fertigstellung wird das Mandala zusammen gewischt und der Sand in einen Fluss gestreut – also der Erde wiedergegeben. So wird die Flüchtigkeit aller Dinge demonstriert und gleichzeitig das Füllen eines freien Raumes, einer Fläche, für kurze Zeit, um sie danach wieder für anderes zu nutzen. Hier bei uns bedeutet diese rituelle Handlung zusätzlich einen besonderen Frei-Raum für die Mönche, in deren ursprünglicher Heimat Tibet das Ausleben ihrer Religion und Rituale durch die chinesische Regierung verboten ist. Schauen Sie zu und lassen Sie sich von der filigranen und hochkonzentrierten Mandalaerstellung inspirieren. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.
Neun Tage können wir vier tibetischen Mönchen über die Schultern schauen, wie sie in äußerst filigraner Arbeit ein Mandala mit farbigem Sand auf eine Holplatte streuen. Dabei ist der Weg festgelegt von der geometrischen Gestaltung zur spirituellen Abstraktion, von der Zerstörung unmittelbar nach Fertigstellung und dem Streuen des Sandes in einen Fluss, wie hier in die Aa an der Überwasserkirche. Die Erklärungen sollen dem Beobachter ein Verständnis geben für diese komplexen Gestaltungs- und Bewußtseinsebenen. Traurig ist, dass dieses 1.000-jährige Ritual mit tiefen spirituellen Einsichten nur noch außerhalb von Tibet praktiziert werden kann und die tibetische Sprache nur im Exil an Schulkinder vermittelt werden kann. Eine weitere Veranstaltung zur aktuellen politischen Situation in Tibet ist in Planung. Eine Veranstaltungsreihe der Tibet-Initiative Deutschland e. V., Regionalgruppe Münster in Kooperation mit der Volkshochschule Münster.
In der Antike und der Neuzeit verstand sich das Philosophieren nicht zuletzt als ein Versuch, das Sterben zu lernen. Damit wendet sich das Denken ausgerechnet dem Moment zu, an dem alles Denken selbst aufzuhören scheint – und wovon wir so lange nichts wissen, bis es uns selbst ereilt. Und doch (oder gerade deswegen) lohnt es sich, den Tod und unsere Vorstellungen von ihm in den philosophischen Blick zu nehmen. Genau das möchte das Seminar leisten und sucht Fragen und Antworten aus früheren und aktuellen, näheren und ferneren Texten über die ‚letzten Dinge‘.
Welches Potenzial haben Religionen beim Klimaschutz? Glaubensgemeinschaften spielen im Klimawandel (in der Auseinandersetzung um den Klimawandel) eine wichtige Rolle. Sie mobilisieren Menschen durch Wertebindung, globale Netzwerke, Bildungsarbeit und können Einfluss ausüben durch (Gemeinde-) Kapital wie z.B. Gebäude und Finanzen. Sie sind in der Lage abstrakte Klimafakten in emotionale Sprache zu übersetzen und an die ethische Verantwortung von Individuen, Politik und Zivilgesellschaft zu appellieren. Religionen tradieren Erzählungen zur Schöpfungsverantwortung, zur intergenerationellen und weltweiten Gerechtigkeit und zur Nächstenliebe, die immer wieder neu aktualisiert und kontextualisiert werden müssen. Durch eigene Gebäude (Kirchen, Moscheen, Tempel) verfügen sie darüber hinaus über großes Potenzial für Solaranlagen und Energieeffizienz, für Biodiversität auf kirchlichen Flächen oder für öko-fairen Einkauf in Gemeinden und Einrichtungen. Die päpstliche Enzyklika Laudato Si und Denkschriften der Ev. Kirche von Deutschland fordern sehr deutlich einen ambitionierten, sozial und ökologisch nachhaltigen Klimaschutz, als einer der wichtigsten aktuellen Herausforderungen für das Überleben des Planeten Das Münsteraner Klimagespräch lädt ein zu einem interreligiösen Gespräch mit Theologie, Wissenschaft und dem Publikum. Eintritt frei.